Das enorme wirtschaftliche Potenzial des kanadischen Nordens wird zunehmend erschlossen und reicht vom Ausbau erstklassiger Diamantenminen und massiver Öl- und Gasreserven bis hin zu einer boomenden Tourismusbranche, die Besucher aus aller Welt anlockt. Die Regierung setzt aktive Maßnahmen zur Förderung der zukünftigen Exploration und Erschließung, indem Sie die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Norden verbessert und in wichtige Infrastruktureinrichtungen investiert. Damit soll das Interesse von Investoren und Erschließungsunternehmen für den kanadischen Norden geweckt werden. Die meisten Minen (Diamantenminen und andere Lagerstätten) in den kanadischen Nordwest-Territorien befinden sich in der geologischen Provinz Slave bzw. im Slave-Kraton. Dieser Bereich erstreckt sich von der geographischen Provinz Slave bis zum Coronation Gulf am Arktischen Ozean.
Die Yellowknife Supergroup besteht aus einer frühen Deckschicht aus Quarzit und einer in Bändern verlaufenden Eisenformation. In diesem Gebiet befinden sich einige der größten noch unerschlossenen vulkanogenen Massivsulfidlagerstätten Kanadas. Im Laufe der Zeit haben sich im gesamten Slave-Kraton zahlreiche Goldlagerstätten gebildet. Es handelt sich dabei um Lagerstätten, die entweder in Scherungszonen oder Adersystemen ihren Ursprung nehmen und in deformierte Grünsteinformationen bzw. aus Eisenbändern entstandene chemische Fallen eingebettet sind. Die umfangreichen Rohstoffvorkommen der geologischen Provinz Slave (SGP) sind bereits seit mehreren Jahrzehnten bekannt. In der SGP werden schon seit den Dreißiger Jahren fortlaufend Rohstoffe gefördert. Allerdings war es bisher vor allem aufgrund der fehlenden Verkehrswege nicht möglich, das gesamte Potenzial dieser Region auszuschöpfen.
Hafen- und Straßenprojekt am Bathurst Inlet
Hintergrund
Die geologische Provinz Slave hat sich weltweit zu einer der bekanntesten Regionen für Rohstoffexploration und -erschließung entwickelt. Diese Gesteinsformation, die für ihre Gold-, Zink-, Nickel- und nun auch Diamantlagerstätten bekannt ist, gehört zu den ältesten Formationen der Welt und entstand vor ca. 2,7 - 2,5 Milliarden Jahren. Die geologische Provinz Slave ist für einen Großteil des Rohstoffreichtums im kanadischen Norden verantwortlich und beherbergt u.a. auch die Diamantenminen Ekati, Diavik und die noch junge Diamantenmine Tahera (derzeit in Bau). Dieses Gebiet konnte aber bisher aufgrund seiner Abgeschiedenheit und der fehlenden Verkehrsinfrastruktur noch nicht entsprechend erschlossen werden. Die Entwicklung eines Hafen- und Straßennetzes im arktischen Teil Kanadas würde die Rohstoffproduktion in der geologischen Provinz Slave begünstigen und langfristig große wirtschaftliche Vorteile für die Region Kitikmeot sowie für die gesamte Provinz Nunavut bringen.
Über die geplante Straßenverbindung
Sobald die Straße errichtet worden ist, können Baumaterial und Erdöl aus der Offshore-Industrie per LKW sowohl zu den bestehenden als auch zu den noch in Bau befindlichen Abbaustätten der Region transportiert werden. Mit dem Projekt wäre eine Reduktion der Kosten für die Anlieferung von Betriebsmitteln und Versorgungsgütern in diese schwer erreichbaren Gebiete möglich. Die Anlieferung der Versorgungsgüter für die Mine Diavik, zum Beispiel, erfolgt derzeit von Edmonton aus 2.300 Kilometer auf dem Landweg mittels Bahn und über winterliche und eisglatte Straßen. Der Transport dieser Güter über den Arktischen Ozean zum Bathurst Inlet wäre weitaus kostengünstiger. Und auf einer "Allwetterstraße", die bei allen Witterungsverhältnissen befahrbar ist, könnte der LKW-Transport über einen längeren Zeitraum erfolgen. Derzeit ist der Transport mittels LKW aufgrund der Eisbildung auf den Straßen auf nur wenige Monate im Spätwinter beschränkt. Die Route über den Contwoyto-See würde bedeuten, dass der Transport im Winter über "Eisstraßen" und im Sommer mittels Frachtkahn erfolgt. Aus dem Projekt würden sich auch viele Nebenvorteile ergeben; z.B. könnte eine Anlieferung von Treibstoff und anderen Massengütern auf diesem Weg die Kosten für Konsumgüter für die Gemeinden in Kitikmeot senken. Das Projekt wird im Rahmen eines 50/50-Joint-Venture-Abkommens zwischen der Kitikmeot Corporation und Nuna Logistics durchgeführt. Nuna Logistics ist ein Unternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz von Inuits befindet und für seine Erfahrung im Bereich Winterstraßenbau und -transport bekannt ist.
Mine Lupin
Kinross erwarb die Untertag-Goldmine Lupin 2003 von Echo Bay Mines und betrieb die Mine bis zur Schließung im Jahr 2005. Seit 1982 wurden aus der Goldmine Lupin insgesamt mehr als 3 Millionen Unzen Gold gefördert.
Lupin liegt in der Provinz Nunavut, ungefähr 80 km östlich der Lagerstätte Izok, in unmittelbarer Nähe zur südlichen Grenze zwischen Nunavut und den NWT.
Im Februar 2006 gab Wolfden bekannt, dass das Unternehmen die Absicht habe, die Goldmine Lupin zur Gänze von Kinross zu übernehmen. Im März 2007 erfolgte dann die Mitteilung über den Abschluss der Transaktion. Zu diesem Zeitpunkt war bereits eine Wiederinbetriebnahme von Lupin im Gespräch, da man das noch darin lagernde Gold fördern wollte.
Im Jahr 2007 erwarb Zinifex Ltd. Wolfden Resources und Mitte 2008 fand die Fusion von Oxiana Resources und Zinifex zu OZ Minerals statt.
OZ Minerals gab im Anschluss bekannt, dass es in erster Linie an der Erschließung von Izok interessiert sei (wir erwarteten damals, dass Izok bis zu einem gewissen Grad auf die bestehende Infrastruktur bei Lupin zurückgreifen würde; diese Möglichkeit besteht noch immer, abhängig davon, welches Unternehmen Izok letztendlich erschließt). Dann teilte OZ Minerals jedoch mit, dass zahlreiche Investitionsprojekte zurückgestellt und drastische Kürzungen bei den Betriebskosten vorgenommen werden würden. Somit wurde auch die Machbarkeitsstudie für das Projekt Izok zurückgestellt.
Am 11. Juni 2009 erwarb die China Minmetals Corporation OZ Minerals (Vermögenserwerb). Ein neues australisches Unternehmen namens Minerals and Metals Group Ltd. (MMG) soll gegründet und mit der Verwaltung dieser Vermögenswerte betraut werden. Nähere Informationen zu den Plänen im Zusammenhang mit der Projekterschließung sind derzeit nicht verfügbar.
Lagerstätten Izok Lake / High Lake
Bei den Grundstücken Izok Lake und High Lake handelt es sich um zwei noch unerschlossene hochgradige VMS-Lagerstätten, die in einem Gebiet zwischen den Gemeinden von Bathurst Inlet und Kugluktuk liegen. Die Reserven der beiden Lagerstätten müssen erst bestätigt werden. Für Izok Lake wurden aber bereits Ressourcen im Umfang von 14,8 Millionen Tonnen mit einem Erzgehalt von 12,7 % Zn, 2,5% Cu, 1,3% Pb und 70,5 g/t Ag ausgewiesen und High Lake beherbergt Ressourcen im Umfang von 17,3 Millionen Tonnen mit einem Erzgehalt von 17,3 % Zn, 2,3 % Cu, 0,3 % Pb, 70,1 g/t Ag und 1,0 g/t Au.
Das Grundstück High Lake besteht aus 15 Pachteinheiten (1,710 ha), die in erster Linie oberflächennahen und unterirdischen IOL-Grundstückspaketen zuzuordnen sind.
Diese Lagerstätten haben in den vergangenen Jahren mehrmals ihren Besitzer gewechselt. Anfang 2009 waren sie zur Gänze in Besitz von OZ Minerals Ltd., einem börsennotierten australischen Unternehmen, und befanden sich zu diesem Zeitpunkt beide am Übergang in das Vormachbarkeitsstadium. Anfang 2009 starteten das verstaatlichte chinesische Bergbauunternehmen China Minmetals Corporation (CMM) und seine 100 %-Tochter China Minmetals Non -ferrous Metals Co. Ltd. den Versuch, alle in Umlauf befindlichen Aktien von OZ Minerals zu erwerben. Im Juni 2009 übernahm CMM (oder Minmetals) erfolgreich einen Großteil der Vermögenswerte von OZ Minerals. Die Lagerstätten Izok Lake und High Lake sind nun im Besitz von Minmetals, und zwar über deren kanadisches Tochterunternehmen MMG Resources Inc. Die Lagerstätten Izok Lake und High Lake liegen im oberflächennahen Bereich und sind in eine Reihe von felsischen Pyroklasten-Dazit-Basalt-Zügen, eine sulfidreiche Eisenformation und in Sedimentgestein mit Turbiditmineralisierung eingebettet. Dazit- und Gabbro-Erzgänge, die sich aus darüber liegenden Gesteinszügen nähren, dringen in die felsischen Vulkangesteinssequenzen ein. Der Komplex stammt aus dem Archaikum. Die Kartierungen, Erkundungsarbeiten und detaillierten geophysikalischen Bodenuntersuchungen bei Izok Lake wurden 2009 fertiggestellt. Siebenundfünfzig elektromagnetisch erfasste Zielbereiche wurden ausgewählt und durch Bohrungen erkundet. Im Zuge eines regionalen Explorationsprogramms bei High Lake stieß man im Rahmen von Bohrungen auf eine ausgeprägte Mineralisierung, die sich in der Zone Sand Lake im unmittelbaren Nahbereich befindet.
Für das Grundstück Izok Lake wurde eine Vormachbarkeitsstudie durchgeführt. Aufgrund der Abgeschiedenheit des Standorts wurden in der Studie auch die diversen Transportmöglichkeiten und die möglichen Lokalitäten für die Errichtung einer "Allwetterstraße" vom Arktischen Ozean zum potenziellen Minenstandort bewertet. Es wurden mehrere kombinierte Hafen-/Straßenrouten, u.a. auch über Grays Bay, Bathurst Inlet und den Osten von Kugluktuk, geprüft. Die ersten Forschungsergebnisse sprachen sich für eine Route über Grays Bay aus, da in diesem Fall ein Transport zum Coronation Gulf und zur Nordwestpassage möglich wäre. Der Minenplan sah sowohl einen Tagebaubetrieb als auch einen unterirdischer Betrieb vor, die Lebensdauer der Mine war bei einer Förderkapazität von 4.000 Tagestonnen auf 10,5 Jahre ausgelegt.
Nach Fertigstellung einer wirtschaftlichen Bewertung und einer Vormachbarkeitsstudie kam das Unternehmen zum Schluss, dass die Lagerstätte Izok Lake in ihrer derzeitigen Form als alleinstehendes Projekt nicht ausreichend profitabel wäre. Stattdessen könnte eine Kombination aus mehreren hochwertigen Lagerstätten (z.B. High Lake, Izok Lake, Gondor und Ulu) für mehr Rentabilität in der Region als Ganzes sorgen, wenn alle Ressourcen gemeinsam gefördert, transportiert und verarbeitet würden. Im Jahr 2008, als die Weltmärkte einbrachen und die Schuldenlast stieg, gab OZ Minerals bekannt, dass die geplanten Machbarkeitsstudien für die Grundstücke Izok und High Lake auf einen späteren Zeitpunkt verschoben würden.
MMG Resources hat des weiteren die Absicht, die Grundstücke Izok Lake und High Lake anhand von geologischen Kartierungen bzw. weiteren Forschungsaktivitäten genauer zu erkunden, um mehr Detailwissen zu den Grundstücken zu sammeln und möglicherweise zusätzliche Basismetallvorkommen zu orten. Auf dem Grundstück Izok Lake fanden 2009 keine Aktivitäten statt. Auf dem Grundstück High Lake wurde ein begrenztes Bohrprogramm einschließlich Nachsorge und Erhaltungsarbeiten durchgeführt. Zu keinem der beiden Standorte liegen Informationen über zukünftige Explorations- oder Erschließungsaktivitäten vor. MMG Resources führt im heurigen Jahr 2010 im Bereich der Lagerstätte Izok ein mehrere Millionen Dollar schweres Explorationsprogramm durch. Das Grundstück REN, ebenfalls im Besitz von Novus Gold, befindet sich in ungefähr 20 Kilometer Entfernung von Izok Lake.
Lagerstätten Gondor / Hood
China Minmetals Nonferrous Metals Co. Ltd. --- ein Tochterunternehmen der verstaatlichten China Minmetals Corporation (CMM oder Minmetals) --- erwarb im Juni 2009 die Lagerstätten Gondor und Hood von OZ Minerals. Der Erwerb war an die Akquisition anderer im Vormachbarkeitsstadium befindlicher hochgradiger Grundstücke in Nunavut gekoppelt. Über sein kanadisches Tochterunternehmen MMG Resources Inc. besitzt Minmetals nun auch das Zink-Kupfer-Blei-Silber-Grundstück Izok Lake, das Kupfer-Zink-Gold-Projekt High Lake und die vormals in Betrieb befindliche Goldmine Lupin.
Gondor und Hood sind bekannte Basismetallsysteme, die schon seit vielen Jahren erkundet wurden. OZ Minerals betrachtete diese Lagerstätten als Lagerstätten im Umfeld von Izok Lake, die möglicherweise als zusätzliche Quelle für weitere Basis- und Edelmetallerze dienen. Damit könnten die Fördermengen einer zukünftigen Mine in Izok Lake aufgestockt werden. Die Lagerstätte Gondor beherbergt 4,38 Millionen Tonnen an historischen Ressourcen mit einem Erzgehalt von 0,1 % Cu, 1,2 % Pb, 9,7 % Zn, 0,78 g/t Au und 64,6 g/t Ag. Sie ist nach allen Richtungen und in der Tiefe offen. Man nimmt an, dass die Lagerstätte umfangreiches Potenzial besitzt und groß genug ist, um als alleinstehendes Grundstück erschlossen zu werden. Im Jahr 2009, bevor CMM und MMG Resources Inc. die Grundstücke erwarben, wertete OZ Minerals die Ergebnisse von regionalen Messflügen (2007 und 2008) aus und führte Kartierungen, Prospektierungen und geophysikalische Bodenuntersuchungen zur genaueren Untersuchung geophysikalischer Zielbereiche durch. Fünfundzwanzig elektromagnetisch erfasste Zielbereiche wurden für eine weitere Evaluierung ausgewählt und für zukünftige Bohrungen vorgesehen.
Die Lagerstätte Hood ist kleiner als die Lagerstätte Gondor und umfasst eine Reihe von eng beieinander liegenden oberflächennahen Lagerstätten. Einige dieser Lagerstätten bieten ausreichend Potenzial für die Exploration von Basismetallvorkommen. Auf diesem Grundstück sind noch weitere Erkundungsarbeiten und Auswertungen notwendig.
Ergebnisse aus der Saison 2009 wurden von MMG Resources Inc. noch nicht veröffentlicht.
QUELLEN:
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